Windenergie im Wald? - Pro und Contra Windenergie in der Gemeinde Kranenburg

 

Die Diskussion um die Nutzung der regenerativen Windenergie im Reichswald hat im Verlauf der letzten Monate an Intensität zugenommen. Dabei zeigte sich deutlich, dass die Betroffenheit über die Nutzung des Waldes mit der Entfernung zu den geplanten Standorten deutlich abnimmt.Generell wird die Aussage vertreten, die Nutzung der Windenergie sei notwendig, aber bitte nicht an der geplanten Stelle. Diese Position ist aus der Sicht der Betroffenen verständlich, wobei die Betroffenheit durch mehr oder weniger begründbare Behauptungen der Betroffenen verstärkt wird.

 

  • Entscheidend für die Durchführung des Projektes war die Darstellung der Fläche am Kartenspieler Weg im neuen Regionalplan für den Regierungsbezirk Düsseldorf. 
  • In der ersten Fassung 2015 wurde die Fläche dort auf der Grundlage der vorliegenden Gutachten als Vorrangzone ausgewiesen.
  • In der zweiten Fassung 2016 wurde die Fläche ebenfalls auf der Grundlage der vorliegenden Gutachten als Vorrangzone ausgewiesen.
  • In der dritten Fassung 2017 wurde die Fläche ohne sachliches Argument ersatzlos gestrichen.

 

Politisch entschieden hat das der Regionalrat mit der Mehrheit der CDU/FDP Stimmen vor dem Hintergrund, dass im Mai 2017 die neue CDU-/FDP-Landesregierung den Ausbau der Windenergie in NRW nahezu unmöglich gemacht hat.

 

Schade, dass der Regionalrat sich im Verein mit dem Kreis Kleve den Interessen einer kleinen aber sehr lautstarken  Minderheit gebeugt hat und dem  Klimaschutz bei seiner Entscheidung nur eine untergeordnete Beachtung schenkte.  Offensichtlich setzt die neue CDU/FDP-geführte Landesregierung in Düsseldorf jetzt wieder verstärkt auf die Braunkohleverstromung und die Nutzung der Atomenergie. Der Regionalrat hat mit seiner CDU/FDP-Mehrheit den Bürgerinnen und Bürgern in der Gemeinde Kranenburg einen schlechten Dienst erwiesen.

 

Der Rat der Gemeinde Kranenburg hatte dem Projekt mit großer Mehrheit zugestimmt. Es wäre auch jetzt noch genehmigungsfähig, wenn der Regionalrat es nicht aus politischen Gründen gestoppt hätte. Der Bürgerwindpark am Rande des Reichswaldes hätte die Chance geboten:

 

  • Strom für mehr als 30.000 Haushalte aus regenertiver Windenergie zu gewinnen. Einen grenzüberschreitenden Energiepark mit den Nachbargemeinden zu schaffen.
  • Die Bevölkerung in der Form einer Energiegenossenschaft an den Erträgen zu beteiligen, so wie das in anderen Fällen ebenfalls umgesetzt wurde.
  • Einen Beitrag zur Energiewende in NRW zu leisten.
  • Die Verspargelung" der Landschaft durch ein modernes und abgestimmtes Windparkdesign zu verhindern. 
  • Der Gemeinde zu ermöglichen, mit Hilfe von Pachterträgen zusätzliche private CO-2 vermeidende Projekte wie E-Mobilität, Photovoltaik oder den Einsatz von Wärmepumpen aktiv zu fördern. 

Seit 2017 haben sich die negativen Auswirkungen des Klimawandels auch am Niederrhein verstärkt. Der Sommer 2018 hat deutlich gezeigt, dass der Klimawandel nicht an den Grenzen halt macht. Gletscher schmelzen dahin, das Eis an den Polkappen wird zunehmend weniger, der Temperaturunterschied zwischen der Äquatorzone und den Polen wird geringer, was zu weniger Luftaustausch und in Folge dessen zu länger anhaltenden Hoch- oder Tiefdruckwetterlagen führt. 

 

Jeder ist aufgerufen, den Ausstoß von CO-2 zu verringern. Mit dem Bürgerwindpark Reichswald könnte dazu ein Beitrag geleistet werden:

90.700 Tonnen CO-2 Einsparung

Strom aus regenerativer Windenergie für 30.200 Haushalte

Die Gemeinde Kranenburg könnte eine CO-2-neutrale Gemeinde werden.